Unbekanntes und interessante KünstlerInnen aus Basel
Ich interessiere mich ja von Natur aus für andere Menschen. Aber manchmal beschleicht mich das Gefühl, andere Menschen interessieren sich nicht von Natur aus für mich. Ständig höre ich Leuten zu. Ich frage, höre zu, frage nach und höre wieder zu. Nachfragen, zuhören. Endlos. Eher selten werde auch ich was gefragt. „Und wie läuft’s denn bei dir so?“ Oder: „Alles klar im Büro?“ Gäääähn. Wo sind denn die wirklich interessanten Menschen, die sich wirklich interessieren? Wann bekomme ich endlich wieder mal eine gute Frage gestellt?
Bald. Ich hab mir dafür nämlich jetzt ein Buch bestellt. Das Fragebuch. Es verspricht 565 provozierende, erheiternde, einleuchtende, entlarvende, unerhörte Fragen. Fragen über die Liebe und den Sex, übers Kinder kriegen und übers Kinder haben, Fragen über das Treffen von Entscheidungen, Fragen über das Sterben, Fragen über Furcht und über Gott und die Welt. Welches Wort umschreibt deine finanzielle Situation? Welches dein Sexualleben? Was hast du im letzten Jahr gelernt? Was verlernt? Hast du öfter verlassen oder bist du öfter verlassen worden? Wie erklärst du dir das? Was ändert sich, wenn du stirbst? Was stirbt, wenn du dich änderst? Auf wessen Freundschaft könntest du verzichten? Warum pflegst du sie noch? Wovor hast du keine Angst mehr?
Ich bin mir sicher, dass die eine oder andere Frage auch bei einem Essen mit Freunden für feine Diskussionen sorgen wird. Und vielleicht muss ich ein paar Fragen auch bei meinen Eltern deponieren. Und ganz viele Fragen wird sicher mein Liebster abbekommen. Aber halt: Bevor ich wieder alle Leute um mich herum ausfrage, stelle ich die Fragen zuerst mir ganz alleine. Das beschert mir sicher ein paar ganz spannende Stunden mit mir selber und da freu ich mich drauf!
Agentin Janne
Das Fragebuch - Roman Tschäppeler und Mikael Krogerus, Verlag Kein & Aber