Unbekanntes und interessante KünstlerInnen aus Basel
MUSIK
Selectors Choice – Basel Link Up
LUKEE LAVA (ON FIRE SOUND) & GUEST
REGGAE, DANCEHALL & RUB A DUB
FR 1.10. / 23 – 4 UHR / ROSSSTALL 2 / TICKETS CHF 10.-
Mit dem Sublabel «Selector's Choice» hat die jamaikanische Soundsystem-Kultur ihren festen Platz in den heiligen Hallen der Kaserne. Lukee Lava vom heimischen On Fire Sound empfängt die besten Reggae-DJs aus Basel und Umgebung, eben sogenannte Selectors, um ihnen eine würdige Plattform für ihre Plattensammlungen zu bieten.
Local Heroes: Bitch Queens (BS) & Bloodlights (NOR)
PLATTENTAUFE BITCH QUEENS / GLAM ROCK, PUNK, METAL
SA 2.10. / DOORS 21 UHR / ROSSSTÄLLE 1 & 2 / TICKETS 20.-
Motörhead trifft auf Backyard Babies und Dead Boys auf The Datsuns. Die vier Herren von Bitch Queens taufen nun, nach der EP «High Strung» (Oktober 2009), ihren ersten Longplayer «Female Shotgun». Zigarre an, Whiskey rein und los geht die Fahrt!
Special Guests sind 4 Osloer Kerle um Captain Poon (Ex-Gluecifer), die mit starken Riffs und schnellen Beats an die glorreichen Tage des Hard Rocks erinnern, als eine gut gestimmte Gitarre genau so gefährlich war, wie eine abgesägte Schrotflinte. Skandinavisches Liedgut mit dreckigen Licks, einer fetten Produktion und einer kleinen Dosis Attitüde.
Oh No Ono (DK)
INDIE-POP
SO 3.10. / DOORS 21 UHR / ROSSSTÄLLE 1 & 2 / TICKETS 20.-
Der nächste heisse Act aus Dänemark: Die fünf schrägen Musiker aus Aalborg lassen neuzeitlichen Indie-Stil auf Glamour Disco der 80iger-Jahre treffen. Sie stellen einen psychedelischen Pop vor, mit einem Touch von Synthesizer-Effekten im 80er-Stil und mit Einflüssen von MGMT über Flaming Lips und Caribou bis zu den Beatles. Das Ergebnis ist herrlich abgedreht, unerhört neuartig und lässt die Zuhörer eine pulsierende zeitlose Welt entdecken!
Someone Still Loves You Boris Yeltsin (USA)
INDIE
DO 7.10. / DOORS 21 UHR / ROSSSTÄLLE 1& 2 / TICKETS CHF 18.-
Vier Jungs aus Missouri bezeichneten sich 1999 als «drittbeste Band der Weller Street in Springfield» und belieferten von dort aus die AbonnentInnen ihres Tape Club-Newsletters monatlich mit einer halben Stunde Musik auf Kassette. Mittlerweile ist die Band mit dem ungewöhnlichen Namen weit über ihre Heimat hinaus bekannt. Und auch ihr drittes Album «Let It Sway» ist gewohnt mühelos, locker, leicht und poppig...
Antz In The Pantz: Aloe Blacc & Band (US)
SOUL
DJS PUN (UNIQUE) & RAINER (KONZEPTLOS) / SOUL
SA 9.10. / DOORS 23 UHR / ROSSSTÄLLE 1 & 2 / TICKETS CHF 23.-
Mit Aloe Blacc präsentiert die Kaserne nach Mayer Hawthorne den zweiten Soul-Act aus dem Hause Stones Throw, der die Leute begeistern wird. Aloe Blacc ist kein Unbekannter in Basel und immer wieder für Überraschungen gut: Mit dem Soul-Hit «I Need A Dollar» hat der junge Mann aus Orange County, Kalifornien, den Sommerhit 2010 bereits für sich verbucht. Und mit dem Album «Good Times», das Aloe Blacc in Zusammenarbeit mit den Truth & Soul-Helden Leon Micheals und Jeff Silverman (El Michels Affair) produziert hat, wird er auch noch die restlichen Herzen für sich gewinnen. Sollte es selbst dann noch ein paar Zweifler geben, werden auch diese ihm allerspätestens bei seinem Live Auftritt mit seiner 6-Mann-Band in der Kaserne gnadenlos verfallen!
Bazzle: Malente & Dex (Exploited, D) & Zaber Riders (BS)
ELECTRO
FR 15.10. / DOORS 23 UHR / ROSSSTÄLLE 1 & 2 / TICKETS CHF 23.-
ALTERSBESCHRÄENKUNG: AB 18 JAHRE
Mit Malente & Dex ist die Party gesichert: Nicht umsonst findet sich ihr Name in den Playlists von Leuten wie Diplo, Riva Starr, Brodinski, Renaissance Man, Fake Blood oder Tiga. Nach «Bangkok» (mit Bonde do Role), «Gipsy Kings» (mit Analogik) überzeugt auch ihr aktuellstes Release «Habibi», das es auf den ersten Platz der Deutschen Club Charts geschafft hat! Es besteht also kein Zweifel, dass Malente & Dex zusammen mit den Zaber Riders den Rossstall aus den Angeln heben werden.
Local Heroes: Brandhärd
PLATTENTAUFE / HIP HOP
SA 16.10. / DOORS 22 UHR / ROSSSTÄLLE 1 & / TICKETS CHF 20.-
Seit «Noochbrand» (2003) gehört Brandhärd zu Basels bekanntesten Musik-Exporten. 1997 in Allschwil von den Schulfreunden Fetch, Fierce und DJ Johny Holiday gegründet, hat das Trio seither Hunderte von Konzerte in der ganzen Schweiz gespielt und über 40'000 Tonträger abgesetzt. Jetzt taufen sie im Rossstall ihr viertes Album «Blackbox – Operation Black Swan».
Antz In The Pantz: Al Supersonic & The Teenagers (Unique Records, E)
SOUL
DO 21.10. / DOORS 21 UHR / ROSSTÄLLE 1 & 2 / TICKETS CHF 18.-
Als Spanier haben die Teenagers um Al Supersonic von Natur aus viel Leidenschaft im Blut. Dazu gesellt sich ihre Liebe zur Soul-Musik, was die Teenagers allerdings nicht gleich zu einer Soulband macht: «We are not a soul band, we are just soul boys». Ihre Mischung aus Jamaican Sound und Northern Soul gepaart mit einem Hauch von Reggae sorgt für ein Live-Erlebnis der verschwitzten Sorte und für ganz viel Glücksgefühle.
We have Band (UK)
SUPPORT: FIVE YEARS OLDER / INDIE-ELECTRO
FR 22.10. / DOORS 22 UHR / ROSSSTÄLLE 1 & 2 / TICKETS CHF 25.-
Wenn das Londoner Trio We Have Band aufspielt, wird’s heiss auf der Tanzfläche. Mit ihrer Mischung aus Synthie-Pop und Post-Punk sorgen sie weltweit für legendäre Clubnächte. Noch im Sommer 2008 drohte die britische Tageszeitung The Guardian: «Wenn die Band nicht bald jemand unter Vertrag nimmt, dann machen wir es». Das hat sich zum Glück erübrigt. Produziert hat das langersehnte Debütalbum kein Geringerer als Gareth Jones (Grizzly Bear, These New Puritans), einer der derzeit angesagtesten Produzenten. Nach Konzerten im Kaufleuten Zürich und am Montreux Jazz Festival stellen We have Band ihr Können nun in der Kaserne unter Beweis. Mehr als ein cooles Konzert!
URBAN BASS: Nu:Tone (Hospital, UK) & Stamina MC (Movement, Rinse FM, UK)
SUPPORT: PHYSICALZ / DRUM&BASS
SA 23.10. / DOORS 23 UHR / ROSSSTÄLLE 1 & 2 / TICKETS CHF 23.-
Zwei Schwergewichte, die als erstklassige Produzenten und Musiker bekannt sind, aber auch als DJs der alten Schule glänzen:
Nu:Tone ist eine tragende Säule des englischen Drum&Bass-Labels Hospital. Mit bereits zwei erfolgreichen Alben, zahllosen Clubhits und Remixen steht Nu:Tone im Hospital-Umfeld für einen ebenso erwachsenen wie partyfreundlichen Sound. Er sieht sich nicht nur als Drum&Bass Artist, er hat sich auch dem Funk and Soul verschrieben. Da geht es mal elektronischer zu, dann wiederum wird der Soul der 70er-Jahre zu neuem Leben erweckt – auf jeden Fall aber tanzbar. Stamina’s MC-Stil ist sehr musikalisch, d.h er perfektioniert neben Rapping auch den Gesang. Seine Vocals finden sich auf den Mega-Hits «LK» und «Barcelona», ausserdem kooperierte er mit London Electricity und DJ Marky.
Raphistory 1984
MI 27.10. / 21 Uhr / ROSSSTALL 2 / TICKETS CHF 5.-
Für Fans von anspruchsvollem Rap spielen wir in chronologischer Reihenfolge die Rap-Releases einzelner Jahre, von 1979 bis zur Gegenwart. Begleitend gibt’s zu jedem Anlass ein 32seitiges Fanzine mit Texten und Bildern zu einzelnen Schwerpunkten, sowie ein Mixtape mit den Höhepunkten des jeweiligen Jahres. Der Rossstall wird zur Universität, die Party zum Seminar, die DJs zu Professoren, Spezialisten und Forschern.
Rubik (FI)
EXPERIMENTAL, POSTROCK
FR 29.10. / 21 UHR / ROSSTÄLLE 1 & 2 / TICKETS 18.-
Mit konventionellem Indie-Rock haben Rubik nicht mehr viel zu tun. Zerbrechlich-schwelgerische Melodien á la Radiohead oder Mew mischen sie mit atmosphärischem Postrock, Psychedelic-Elementen und lauten Gitarren. Einige ihrer Stücke lassen sie förmlich über den HörerInnen zusammenbrechen. Beeinflusst von Bands wie den Beatles, Pink Floyd, King Crimson, The Flaming Lips, TV On The Radio oder Animal Collective stellt die finnische Band jetzt mit «Dada Bandits» ihr neues unkonventionelles Album vor.
Local Heroes: Bajanski Bal & Prekmurski Kavbojci
FOLK ROCK
SA 30.10. / DOORS 23 UHR / Rossställe 1 & 2 / TICKETS 20.-
Bajanski Bal graben sich durch die Schätze alter osteuropäischer Volks- und Strassenlieder und crushen sie im Turboshaker zu einem modernen, verjazzten Retro-Mix aus Folk, Gypsyjazz, Klezmer, Pop und alter Sowjetfilmmusik; Fun, Lebenslust, Virtuosität und Tanzwut, vertieft durch die immer präsente slawische Melancholie und Weite.
Prekmurski Kavbojci gehen von den wilden Rhythmen und wehmütigen Klängen der traditionellen Balkanmusik aus, haben aber weder Berührungsängste zu Jazz, Rock, Punk und Elektronik. Ihre sexy Partymusik treibt nicht nur der Band selbst den Schweiss aus den Poren, sie treibt auch das Publikum zum ausgelassenen Tanz.
Biffy Clyro (UK)
ALTERNATIV, POWERPOP, ROCK
SO 31.10. / DOORS 20 UHR / REITHALLE / TICKETS CHF 38.–
Die Schotten von Biffy Clyro sind auf ihrer Heimatinsel schon lange gefeierte Rockstars. Mit ihrem letzten Album «Only Revolutions, das letztes Jahr erschienen ist und mit seinen starken Melodien und eingängigen Refrains zugänglicher ist als die ersten Alben, haben sie den Sprung auf das europäische Festland geschafft. Jetzt wird die für ihre energetischen Liveshows bekannte Band die Reithalle mit ihren Biffy-typischen, saftigen Gitarrenklängen rocken.
TANZ / THEATER
Save Our Souls
PATRICK GUSSET / LUMPENBRÜDER PRODUCTIONS
MI 29.8., FR 1.10. – MO 4.10. / JEWEILS 20 UHR, SONNTAG 19 UHR / REITHALLE / TICKETS CHF 35.-/20.-
Patrick Gusset gewann den Publikumspreis bei den Treibstoff Theatertagen und setzt nun seine musikalische und theatrale Forschung in einer Koproduktion der Kaserne mit den sophiensaelen Berlin fort. Diesmal widmet er sich, zusammen mit dem Regisseur Laurent Gröflin, unter dem Label Lumpenbrüder Productions der menschlichen Seele. Was soll das sein: die Seele? Gibt es sie? Wenn ja, wo? What’s going on? Warum geht’s ihr so dreckig und: wie retten wir sie, unser vermeintlich höchstes Gut? Als Experimentierfeld dient den vier Experten die «organisierte Form von Schallereignissen», kurz: Musik. Sie begeben sich auf eine Seelenwanderung, abseits der ausgetretenen Pfade von Beichtstühlen, Traumfängerei und Psychopharmaka, und versuchen herauszufinden, was schwingende Luft mit schwankender Seele anstellt, ob Glück und Unglück einen gemeinsamen Rhythmus haben und wie der wahre Soul hier und heute klingen muss. Ein szenisches Konzert auf der Suche nach dem Sitz der Seele und dem Soul des 21. Jahrhunderts.
Eine Produktion von Lumpenbrüder Productions, Kaserne Basel und sophiensaele. Gefördert aus Mitteln von kulturelles.bl und unterstützt vom Fonds Warteck pp
Workshop: Save Our Souls
MIT PATRICK GUSSET
FR 1. & SA 2.10. / 10 – 16 UHR / KOSTENLOSE TEILNAHME
Patrick Gusset entdeckt mit Jugendlichen zwischen 14–18 Jahren die Musik der 60er-Jahre neu, um gemeinsam einen Soul des 21. Jahrhunderts zu kreieren. Dabei wenden die Jugendlichen denselben Arbeitsprozess an, aus welchem «Save Our Souls» entstanden ist: Die Teilnehmenden bestimmen Themen, improvisieren darüber und setzen diese szenisch um. Es sind keine speziellen Vorkenntnisse erforderlich, der Besuch der Vorstellung von «Save Our Souls» vom 30.9. ist zur Vorbereitung erwünscht. Anmeldungen unter 061 6666 027 oder bei m.scherler@kaserne-basel.ch.
Hass – nach Matthieu Kassowitz
TAMER YIĞIT UND BRANKA PRLIĆ
DO 14.10. & FR 15.10. / 20 UHR / REITHALLE / TICKETS CHF 35.-/20.-
PUBLIKUMSGESPRÄCH IM ANSCHLUSS AN DIE VORSTELLUNG VOM 14.10.
Dies ist die Geschichte von einem Mann, der aus dem 50. Stock eines Hochhauses fällt und während er fällt, wiederholt er, um sich zu beruhigen, immer wieder: «Bis hierher geht es noch gut, bis hierher geht es noch ganz gut, bis hierher läuft es noch ganz gut…». Doch wichtig ist nicht der Fall, entscheidend ist die Landung! (La Haine)
Nach ihrer preisgekrönten Inszenierung «Ein Warngedicht» (Brüder-Grimm-Preis 2009) adaptieren Branka Prlić und Tamer Yiğit den Film «La Haine / Hass» (1995) des französischen Regisseurs Mathieu Kassovitz fürs Theater. Yiğit und Prlić erzählen in ihrer Theaterversion von Hass; Hass auf eine Welt, die so tut, als sei sie nicht gefallen; doch es juckt unter der Kruste aus Hass, Wut und Trauer. Auch fünfzehn Jahre nach den Randalen in den Pariser Banlieues, auf denen Kassovitz’ Filmerzählung basiert, kommt es in Städten, überall auf der Welt, immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und rebellierenden Mobs. Die Masse ist in Aufruhr und bereit für den Aufstand. Es brodelt heftig unter der Oberfläche – und bricht in manchen Regionen vulkanartig aus: Die Sirenen kreischen den Sound der Macht, beide Seiten lassen bis zur Erschöpfung ihre Muskeln zum «Bullen-Beat» spielen. Mit dem Knüppel im Genick wird das Feuer für den nächsten Kampf geschürt. In den Strassen der Schlacht hängen Wolken aus Tränengas und trotz Landung ist die Falltiefe noch nicht erreicht.
Branka Prlić und Tamer Yiğit produzieren mit den Darstellern aus «Ein Warngedicht», dem Schauspieler Christoph Bach, dem freien Kulturaktivisten Danny Bruder und den Musikern Volkan T. und Dissput einen Soundtrack des Protests. Der Text der Aufführung basiert auf dem Drehbuch des Films «La Haine» von Mathieu Kassovitz.
Eine Produktion von Branka Prlić und Tamer Yiğit in Koproduktion mit dem HAU und der Kaserne Basel gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die Crespo Foundation und unterstützt durch das Theaterhaus Mitte.
Radio Muezzin
STEFAN KAEGI (RIMINI PROTOKOLL)
DI 19.10. & MI 20.10. / 20 UHR / REITHALLE / TICKETS CHF 35.- / 20.-
PUBLIKUMSGESPRÄCH IM ANSCHLUSS AN DIE VORSTELLUNG VOM 19.10.
IN ARABISCH MIT DEUTSCHER UND ENGLISCHER ÜBERTITELUNG
Zum ersten Muezzin wurde ein freigelassener Sklave, weil er eine honigsüsse Stimme hatte. Noch bis in die 1950er Jahre stiegen oft blinde Muezzine auf das Minarett, um den Gebetsruf, den Adhan, in alle vier Himmelsrichtungen über die Stadt zu rufen. Im heutigen Kairo sind die meisten Muezzine Staatsangestellte, die oft in der Moschee schlafen und nur selten ihre Familie besuchen. Sie rufen zum Gebet und sind nicht selten auch die Hausmeister des Gotteshauses, schliessen auf und organisieren die Reinigung.
Über Kairo, der Stadt der tausend Moscheen (in Wahrheit sind es um die 30.000), vermischen sich die Rufe zu einem vielfältigen Klangteppich. Das soll sich jetzt ändern: Der Minister für religiöse Angelegenheiten will nächstes Jahr den zentralisierten Muezzin einführen. Über einen Radiosender soll jeweils ein Ausrufer aus allen staatlichen Moscheen gleichzeitig übertragen werden. Damit wird zwar nicht die Vielfalt der Gebetskulturen, aber doch die Kakophonie abgeschafft. Und Tausende von ägyptischen Muezzine verstummen?
Im Zentrum von «Radio Muezzin» stehen vier ägyptische Muezzine: ein blinder Koranlehrer, der jeden Tag zwei Stunden mit dem Minibus zur Moschee fährt; ein oberägyptischer Bauernsohn und ehemaliger Panzerfahrer, der täglich den Teppich seiner Moschee saugt; ein Elektriker, der nach einem Gastarbeiterleben in Saudi Arabien und einem schweren Unfall begann, den Koran zu rezitieren, und ein Bodybuilder und Vizeweltmeister im Koranzitieren, dessen Korankassetten sich unter Taxifahrern grosser Beliebtheit erfreuen. «Radio Muezzin» lässt diese Muezzine einem Ingenieur begegnen, der am Assuan-Staudamm gelernt hat, Radiosignale zu verschlüsseln. In einer Moschee aus Teppichen und Ventilatoren werden sie zu Hauptdarstellern einer Rekonstruktion ihres Lebens, zu Ich-Vertretern einer religiösen Kultur, deren vielfältige Gesichter in Europa oft auf einfache Feindbilder reduziert werden. Zwischen ihren Worten und den Videobildern ihres Alltags entstehen neue Stimmbilder, die über die Transformation von Gebetsrufen im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit erzählen.
«Gerade im Beharren auf dem Alltäglichen gelingt Regisseur Stefan Kaegi in seinem Stück mit vier Muezzins aus Kairo, einen spielerischen und beiläufigen Blick auf den Islam zu werfen.» (taz)
Stefan Kaegi gehört gemeinsam mit Helgard Haug und Daniel Wetzel zum Label Rimini Protokoll. Sie arbeiten in unterschiedlichen Konstellationen zusammen und gelten als die «Protagonisten und Begründer eines neuen Reality Trends auf den Bühnen» (Theater der Zeit), der die junge Theaterszene der letzten Jahre geprägt hat. Die Arbeiten finden in der Zone zwischen Realität und Fiktion statt und haben international Aufmerksamkeit erregt. Seit 2000 entwickeln sie auf der Bühne und im Stadtraum ihr Experten-Theater, das nicht Laien sondern Experten des Alltags ins Zentrum stellt. Eine Produktion von HAU Berlin und Goethe-Institut Ägypten.
In Koproduktion mit Athens Festival, Bonlieu Scène nationale Annecy, Festival d’Avignon, steirischer herbst festival, Graz und Zürcher Theater Spektakel.
Vorverkauf Kaserne Basel:
Theater / Tanz–Veranstaltungen beim Betriebsbüro 061 66 766 00 oder über www.starticket.ch