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Unbekanntes und interessante KünstlerInnen aus Basel

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Musiktipp Lea Lu


Lea Lu’s Musik höre sich genau so an, wie sich barfuss am Strand entlanggehen anfühlt.
So die NZZ über Lea Lu nach ihrem ersten Konzert in einer Zürcher Strandbar im Juli 2007.
Die Sängerin selber beschreibt ihre Töne lieber in Farben, und bevor ein Lied entsteht, ist
da zuerst ein Gemälde, das sich nach und nach in orange, hellblau oder violettpink
verwandelt. Mit „Dots and Lines“, dem Erstlingswerk der jungen Zürcher Sängerin, ist das
Genre des Pop definitiv um eine Interpretation reicher. Ihre Lieder handeln meistens von
der Liebe und fast nie von einer glücklichen, wie Sie selber sagt.
 
Am liebsten schreibt sie ihre Songs bei Regen und findet das sehr inspirierend. Doch wer
glaubt, ihre Lieder kämen deswegen alle trist und verregnet daher, der täuscht sich
gewaltig. Denn noch selten hat sich die Sehnsucht nach Sommer für immer, nach der
ewigen Liebe, romantischer angehört, denn was gibt es schöneres als Sonne, Sand und
Meer und eben …. barfuss am Strand entlang …..

Der ewige Sommer
429 Kilometer, behaupten die, die sich in ihrem Weltbild auf die Wissenschaft verlassen,
liege die Stadt Zürich vom Meer entfernt. Das ist, wenn man es genau bedenkt, eine
ganze Menge. Doch wer sich beim Reisen ob im Flugzeug oder in Gedanken lieber auf
den Kilometerzähler seines Gefühls verlässt, der weiss natürlich schon lange, dass die
Distanz zum Meer grundsätzlich relativ ist und mit der geografischen Lage meist gar nichts
zu tun hat. Zumindest im Fall von Zürich kann es seit dem 15. Juli 2007 keinen Zweifel mehr
geben, dass die Distanz zum Meer, diesem Sehnsuchtsort schlechthin, überdacht werden
muss. Und dass das für einmal nicht mit der Klimaerwärmung zusammen hängt, sondern
vor allem damit zu tun hat, dass an diesem Tag eine bisher unbekannte junge Sängerin
namens Lea Lu in einer Strandbar am Zürichsee ihr erstes Konzert gegeben hat, das kann
jeder bezeugen, der das Glück hatte dabei zu sein.

Am Morgen regnete es noch, den ganzen Tag über war es kühl und auch am Abend
zeigte sich das Wetter nicht ausgesprochen südlich. Doch nur schon der Name der jungen
Frau hörte sich an wie eine malerische Südseeinsel, auf der man sofort wünschte zum
Schiffbrüchigen auf Lebenszeit zu werden. Und als Lea Lu dann, barfuss und mit der
Gitarre unterm Arm, zu singen begann, war es eigentlich nur noch eine Sache von
Minuten bis Sonne, Salz und azurblaues Wasser uns um ein paar hundert Kilometer näher
gerückt waren. Die NZZ am Sonntag schrieb nach dem Konzert: «Lea Lu’s Musik höre sich
an, wie sich barfuss am Strand entlanggehen anfühlt».

Dass die Sängerin Lea Lu früher oder später auf die Idee verfallen würde, den Gegensatz
von Norden und Süden abzuschaffen, hätte man ahnen können. Geboren 1984,
aufgewachsen in Zürich, hat sie sowohl polnische, als auch spanische und französische
Wurzeln. Der Hang zur Musik stammt vom Vater. Er schleppte die Tochter schon als
Vierjährige in die Tonhalle, was nicht ohne Folgen blieb.
Mit fünf beginnt Lea Geige zu spielen, später bringt sie sich Gesang, Klavier- und Gitarre
bei. Im Gymnasium wird sie Leadsängerin einer Band, die es bis zu einem Auftritt ans
Jazzfestival nach Montreux schafft. Lea ist da gerade mal 18 Jahre alt. Dass es schwer
werden würde, ihr die Musikkarriere ausreden zu wollen, musste die Familie schon
einsehen, als die vierjährige Lea verkündete, was sie einmal werden wolle: Ehefrau von
Elvis. Der Rest der Welt brauchte etwas länger, um zu begreifen, dass Lea zum
Musikmachen geboren war.

Statt auf der Bühne posierte sie nach der Matura erst einmal hinter Glacé-Verkaufsständen
und an für Nachwuchsmusikerinnen ähnlich aussichtsreichen Posten. Das Geld, das sie
damit verdiente, steckte sie in eine neue Gitarre und ein Mikrofon wie es die Profis hatten.
Oder sie langweilte sich in Psychologie-Vorlesungen an der Uni. Immerhin: Die Fachwelt
zeigte sich lernfähig was Lea’s wahre Berufung betraf. 

Das erste Mal hiess es noch, sie sei vielleicht doch ein bisschen zu sehr «Pop» und man liess
sie durchrasseln. Doch ein Jahr später, als sie die Aufnahmeprüfung zur Jazzschule in
Luzern zum zweiten Mal in Angriff nahm, bestand sie nicht nur mit Bravour, sondern musste
sich von der Jury auch noch die Frage anhören, warum sie hier nicht schon lange
aufgetaucht sei. Und jetzt, drei Jahre später also ihr CD-Erstling «Dots and Lines», womit das
Genre des Pop um eine spannende Interpretation bereichert wäre. Wie schon bei ihren
vor zwei Jahren auf dem Internet erschienenen Songs geht es, wie bei allen guten
Popsongs, auch bei den Tracks auf «Dots and Lines» um alles oder nichts, also um
angebrochene Herzen und andere lebensgefährliche Blessuren - aber das ausnahmslos
auf die angenehmste Weise.

Verträumtheit, Leichtfüssigkeit und Wehmut bestimmen den Ton. Stilistische Querbezüge
führen zu amerikanischen Singer-Songwriterinnen wie Leslie Feist oder Norah Jones, mit
denen Lea Lu die feine Melancholie der Stimme teilt, oder zur Experimentierlust und dem
leisen Humor der französischen Chanteuse Camille. Aber klimatologisch betrachtet am
nächsten liegt Lea Lu wohl der Klang-und Gefühlswelt des Musikers und Surfers Jack
Johnson.
Lea Lu sieht, so erklärt sie, alle Töne in Farben. Bevor ein Lied ein Lied ist, ist da ein
Gemälde. Mit Zahlen geht es ihr genau so. Mögen die Geografen recht haben mit ihren
429 Kilometern bis zum Meer. In der Welt von Lea Lu verwandelt sich 429 in nichts als
orange, hellblau und violettpink. Kein Wunder hat sich die Sehnsucht nach dem Sommer
für immer, nach der ewigen Liebe, noch selten schöner angehört.

TRACKLISTING
01. Hawaii 2:26
02. Bababababa (Song for You) 3:25
03. After The Tornado 2:25
04. Sailor 3:36
05. Disco Gold 3:30
06. Tu Me Donnes 3:20
07. Morning Muse (with William White) 3:24
08. Nightmare 2:57
09. In A Place Full Of 3:51
10. On My 2:35
11. Why 3:05
12. Shit 3:48
13. Just A Summerbreeze 3:10
14. Protesting Against M. 3:09 

http://www.lealu.ch 
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